Menu
Zurück zu paulcamper.de

8 Tipps, Regeln und Gesetze für das Wohnen auf dem Campingplatz

Sicherlich hast auch du einmal mit dem Gedanken gespielt, wie es wohl wäre, das ganze Jahr oder sogar länger in deinem Camper oder Wohnmobil zu wohnen. Ein Leben in deinem Haus auf Rädern. „Dort wohnen, wo andere Urlaub machen“, klingt doch nach einem erstrebenswerten Motto, oder nicht? Noch dazu ist es deutlich günstiger als jedes Haus oder die Mietwohnung.

 

Schätzungen zufolge leben bereits über 300.000 Menschen in Deutschland dauerhaft auf einem Campingplatz. Dass die Tendenz steigend ist, ist dabei nicht verwunderlich. Akuter Wohnungsmangel in vielen Regionen Deutschlands und damit einhergehende Mieterhöhungen führen zu einer steigenden Nachfrage nach alternativen Wohnmöglichkeiten. In Verbindung mit dem neu entfachten Trend zum Wohnmobil- und Campingurlaub, liegt das wachsende Interesse am Wohnen auf dem Campingplatz nahe.

 

Ein Leben auf dem Campingplatz bietet dir jede Menge Vorteile und wunderschöne Aspekte. Aber nicht alles daran ist perfekt und es gibt die eine oder andere Hürde, die du auf dem Weg überwinden musst. Wir haben für dich alles Wissenswerte und Wichtige zum Leben auf dem Campingplatz aufgearbeitet. Wenn du also auch mit dem Gedanken spielst, langfristig in deinem Wohnmobil zu wohnen, findest du hier alles, was du zu dem Thema wissen musst.

 

Wohnen auf dem Campingplatz Leben

 

Worauf solltest du bei der Wahl deines Campingplatzes achten?

Auf der Suche nach einem geeigneten Campingplatz kannst du zahlreiche Campingführer von Anbietern wie dem ADAC oder Online-Suchmaschinen verwenden. Allerdings ist nicht jeder Platz für dauerhaftes Wohnen geeignet. Daher solltest du bei der Wahl des passenden Ortes für dein neues Zuhause ein paar Faktoren beachten.

 

Lage des Campingplatzes

Wenn du dem Lärm der Großstadt entfliehen möchtest und deine Ruhe auf einem Campingplatz suchst, solltest du diesen auch in einer entsprechenden Lage wählen. Stadtnähe oder ein schmucker Stellplatz an der Autobahn wäre in diesem Fall wohl eher ungeeignet. Wenn du die Nähe zu Wassersportmöglichkeiten suchst, hilft es, wenn der Campingplatz an einem Gewässer liegt. Definiere deine Wunschvorstellungen von deinem neuen Wohnort und suche gezielt nur nach Alternativen, die diese Vorstellungen auch erfüllen. Nur so kommst du am Ende auch da unter, wo du dich wohlfühlst und bleiben möchtest.

 

Kurzzeit- oder Dauerstellplätze

Hast du eine Vorauswahl an Campingplätzen getroffen, müssen diese Plätze auch für deine Pläne ausgelegt sein. Daher solltest du zunächst abklären, ob dein Wunschcampingplatz nicht nur Kurzzeit-, sondern auch Dauerstellplätze anbietet. In diesem Zuge kannst du auch direkt erfragen, ob die Anmeldung eines Erst- oder Zweitwohnsitzes möglich ist. (Diese Auskunft solltest du dir vor Vertragsabschluss schriftlich erteilen lassen!)

 

Platzstandard und –ausstattung

Bei der Wahl deines neuen Wohnorts sollte auch die Ausstattung des Campingplatzes eine entscheidende Rolle spielen. Wie sieht es mit sanitären Einrichtungen aus? Gibt es Wasser- und Stromanschlüsse am Stellplatz? Ist der Stellplatz an die Kanalisation angeschlossen? Gibt es TV- und Internetanschlüsse? Alles Fragen, die für dich und dein Leben von Bedeutung sein können.

 

Serviceangebot des Campingplatzes

Aber auch die Serviceleistungen des Campingplatzes können deine Auswahl beeinflussen. Bietet der Campingplatz einen Brötchenservice und hat einen kleinen Supermarkt, ersparst du dir Fahrten in die Stadt oder zum Bäcker. Auch ein Restaurant oder Imbiss können einen Mehrwert bieten.

 

Auf der Suche nach dem passenden Campingplatz können dich diese Anhaltspunkte ans Ziel führen. Trotzdem ist das Wohnen auf dem Campingplatz nicht auf allen Plätzen ohne weiteres möglich.

 

Wohnen auf dem Campingplatz Wohnwagen

 

Wo kann ich auf dem Campingplatz wohnen?

Es gibt so viele schöne Regionen, Länder und Landschaften, die dazu einladen, dort dauerhaft sein Lager aufzuschlagen. Wohnen auf dem Campingplatz in Spanien oder der Schweiz klingt da nicht weniger verlockend als Wohnen auf dem Campingplatz in Deutschland. Wenn du mit deinem Camper langfristig ins Ausland ziehen möchtest, solltest du dich vorab über die Vor- und Nachteile und die Regelungen deines jeweiligen Wunschlandes informieren. Besonders in Bezug auf Versicherungen in Deutschland kann es sinnvoll sein, deine Pläne mit den zuständigen Ansprechpartnern im Vorfeld abzuklären. So vermeidest du böse Überraschungen in der Zukunft.

 

Aber auch das Wohnen auf dem Campingplatz an der Nordsee, Ostsee oder anderen Teilen Deutschlands ist nicht immer ohne bürokratischen Aufwand möglich. Schließlich bleibst du in diesem Fall dem Mutterland der Bürokratie treu. Daher wirst du sicher nicht allzu überrascht sein, dass es in Deutschland nicht ganz unkompliziert ist, auf dem Campingplatz zu leben. Wenn du dich jetzt fragst, ob Wohnen auf dem Campingplatz verboten ist – die Antwort ist ganz klar: Jein. Wir erklären dir warum.

 

Ist Wohnen auf dem Campingplatz erlaubt?

Grundsätzlich ist es nicht verboten auf dem Campingplatz auch dauerhaft zu wohnen. Geht es jedoch darum, deinen Erst- bzw. Hauptwohnsitz dort anzumelden, kommen einige Paragrafen der deutschen und europäischen Gesetzgebung ins Spiel. Dadurch wird die Antwort auf die Ausgangsfrage nicht konkreter, aber für dich hoffentlich verständlicher.

 

Unterschiede je nach Bundesland:

Das deutsche Baurecht bildet die gesetzliche Grundlage bezüglich Legalität oder Illegalität für das Wohnen auf dem Campingplatz in Deutschland. Zwar gilt dieses Baurecht deutschlandweit, trotzdem ist es nicht bundesweit einheitlich ausgelegt. Denn die Auslegung des Baurechts wird von den einzelnen Bundesländern bestimmt. Heißt: Was in Thüringen gestattet ist, kann in Niedersachsen verboten sein. Trotz des einheitlichen, bundesweit geltenden Baurechts. Du siehst, es wird bereits abenteuerlich.

 

Wohnen auf dem Campingplatz Fahrrad Stellplatz

 

Lage des Campingplatzes:

Es kommt noch besser: Auch innerhalb eines Bundeslandes können, je nach Lage des Campingplatzes, Unterschiede bei der Auslegung der Gesetze durch das jeweilige Bundesland bestehen. Je weiter der Campingplatz von einem Wohngebiet entfernt liegt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Anmeldung eines Wohnsitzes nicht gestattet ist.

 

Anders verhält es sich jedoch, wenn der Campingplatz innerhalb eines Wohn- oder Mischgebiets liegt. In diesem Fall ist die Gestattung einer Wohnsitzanmeldung in der Regel eher unproblematisch. Verantwortlich für die unterschiedliche Auslegung ist § 10 der Baunutzungsverordnung (BauNVO). Dieser Paragraf definiert Campingplätze außerhalb von Wohngebieten als Sondergebiete, zu denen auch Ferien- und Wochenendhausgebiete zählen. Da diese Gebiete der Erholung dienen sollen, ist dauerhaftes Wohnen dort nicht gewünscht. Die Nutzung soll auf Ferien und Wochenenden beschränkt werden.

 

Es gibt noch eine Ausnahme: Liegt das Sondergebiet gemäß §10 BauNVO in direkter Nachbarschaft zu einem Wohngebiet, bestehen höhere Chancen einer Wohnsitzgestattung.

 

Wie du siehst, ist die Rechtslage in dieser Hinsicht sehr schwankend. Aber so ist es leider manchmal in der deutschen Gesetzeswelt.

 

 

Neue EU-Richtlinie Wohnen auf dem Campingplatz:

Du fragst dich jetzt vielleicht, warum die Nutzung nicht von Sonder- auf Wohngebiet geändert werden kann. Der § 29 Absatz 1 des Baugesetzbuchs regelt, dass eine Umnutzung nicht gestattet ist.

 

An diesem Punkt kommt jetzt die EU ins Spiel. Die EU gestaltet die ganze Rechtslage nun noch komplizierter, aber dafür besser für dich und deinen Wunsch vom Wohnen auf dem Campingplatz.

Denn eine neue EU-Richtlinie führte dazu, dass § 12 Absatz 7 in das Baugesetzbuch aufgenommen wurde. Dieser Absatz regelt, dass Gemeinden eine Wohnnutzung in Sondergebieten zulassen können.

 

Wir ersparen dir hier die Einzelheiten, die von der Gemeinde für die Änderung vorgenommen werden müssen. Entscheidend ist, dass die neue EU-Richtlinie zum Wohnen auf dem Campingplatz die Rechtslage nicht nur von Bundesland zu Bundesland und von der Lage des Campingplatzes abhängig macht. Sondern noch eine dritte Dimension, nämlich die Regelung innerhalb der Gemeinde hinzufügt.

 

Zusammenfassend ist die Gestattung für das Wohnen auf dem Campingplatz abhängig vom…

  • Bundesland,
  • der Lage des Campingplatzes in Bezug auf Wohn-, Misch- oder Sondergebiet
  • und der Auslegung der Gemeinde in der sich der Campingplatz in einem Sondergebiet befindet.

 Wohnen auf dem Campingplatz Wohnmobil PaulCamper

 

Was kostet Wohnen auf dem Campingplatz zur Miete?

Ein Umzug auf den Campingplatz wirkt sich durchaus positiv auf deine Finanzen aus. Besonders wenn du bereits in Besitz eines passenden Campers, Wohnmobils oder Wohnwagens bist, sind die Kosten für das Leben auf dem Campingplatz überschaubar. Die Platzmiete für einen Dauerstellplatz liegt in vielen Fällen bei ca. 1.000 EUR. Allerdings pro Jahr und nicht pro Monat. Damit du eine ungefähre Vorstellung von den Kosten bekommst, haben wir für dich die folgende Rechnung aufgestellt.

 

Wohnen auf dem Campingplatz Kosten (jährlich):

 

Stellplatzmiete Hauptsaison: ca. 800-1.200 EUR

Stellplatzmiete Nebensaison: ca. 50-200 EUR

Pauschalkosten für Infrastruktur etc.: ca. 50-200 EUR

 

Summe jährliche Kosten: ca. 900-1.600 EUR

zzgl. Stromkosten, Wasserkosten und einmalige Anschaffungskosten für Wohnmobil bzw. Wohnwagen und Einrichtungskosten des Stellplatzes

 

Dauerhaft wohnen auf dem Campingplatz – Unser Fazit:

Leider ist die Rechtslage beim Wohnen auf dem Campingplatz in Deutschland nicht klar geregelt. Die Frage der Legalität oder Illegalität ist schwammig zu beantworten und von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ausgelegt. Das soll dich aber nicht davon abhalten, im Gegenteil! In der Summe ist das Wohnen auf dem Campingplatz mit Kindern oder ohne Kinder eine finanziell attraktive Alternative. Der aktuelle Trend zeigt, dass immer mehr Menschen den Wunsch verspüren, dauerhaft in ihrem Campingmobil zu leben und das auch im Winter. Durch eine witterungsbedingte Wohnmobilisolierung ist das auch kein Problem mehr.

 

Wir finden diese Entwicklung super! Es ist spannend zu beobachten, dass sogar die EU diesen Trend mit entsprechender Rechtsprechung unterstützt und ermöglicht. Also, warum solltest du nicht auch den Schritt wagen und dein Glück auf einem Campingplatz suchen?