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Wildcamping in Europa: Wo ist es erlaubt?

Ach ja, die Freiheit beim Wildcamping: Einfach anhalten, wo es schön ist oder dort das Nachtlager aufschlagen, wo du dich spontan wohl fühlst. Aber wo ist das überhaupt erlaubt?

 

Weg von vollen Campingplätzen, mitten rein in die Natur. Was romantisch klingt, kann für dich schnell unschöne Folge haben, denn nicht überall darfst du Wildcamping betreiben.

Wir führen dich durch den dichten Wald der Rechte und zeigen dir, wo das Wildcampen in Europa erlaubt ist, damit du dein Abenteuer richtig genießen kannst.

 

Wo ist Wildcamping in Europa erlaubt und wo bekommt man Ärger?

Zelt, Schlafsack, Wohnwagen? Was genau fällt eigentlich unter den Begriff „campieren“? Du hast viele Fragen, wir haben die Antworten.

Wir bringen Licht ins Dunkle und schauen in den beliebtesten Campingländern nach der Rechtslage zum Thema Wildcamping, vom Jedermannsrecht zu hohen Bußgeldern. Wie wird das Wildcamping geregelt in

 

    1. Skandinavien
    2. Schottland
    3. Süd- und Westeuropa
    4. Osteuropa
    5. Deutschland

 

Wildcamping in Europa Berge mit Zelt

 

Skandinavien: (D)ein Paradies für Wildcamping

Wie so oft gilt der hohe Norden als Paradebeispiel in Sachen Toleranz und Coolness: Skandinavien ist das Paradies für freiheitsliebende Camper wie dich und das mit Grund. In Schweden, Finnland und Norwegen gilt das sogenannte Jedermannsrecht. Demnach kann Land zwar einer Person gehören, es muss allerdings jedem zur Verfügung stehen.

Das bedeutet für dich als Camper: Du darfst dein Zelt einfach dort aufschlagen, wo es dir gefällt und nicht explizit verboten ist. Egal, ob am Meer, im Wald, oder auf Privatgrundstücken.

 

Ein paar Regeln solltest du allerdings beachten: Das legale Wildcamping bezieht sich meist auf eine Nacht, danach musst du weiterziehen oder aber den Besitzer um Erlaubnis fragen. Außerdem darfst du es dir auf den Privatgrundstücken ohne Erlaubnis des Besitzers nicht in Sichtweise seines Privathauses gemütlich machen. Auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und in vielen Nationalparks ist das wilde Campen nicht erlaubt.

 

Wildcamping mit Wohnmobil

Bist du mit dem Van oder Wohnmobil unterwegs, bist du nicht ganz so frei. Denn das Jedermannsrecht gilt in erster Linie für Wanderer oder Radfahrer mit Zelt. Mit dem fahrbaren Untersatz darfst du nicht überall über Nacht bleiben. Du darfst aber am Straßenrand, solange du den Verkehr nicht behinderst, am Ende der Straße und auf öffentlichen Parkplätzen parken. Doch glücklicherweise sind Schwedens Parkplätze oftmals kleine Ruheoasen und keine schlechte Wahl für die Nacht. Suchst du dir einen ruhigen Parkplatz mit Panoramablick über Schwedens Seen aus, wirst du morgens glücklich aufwachen.

 

Wildcamping in Europa Skandinavien

 

Schottland: Highlands mit dem Zelt

Auch in Schottland darfst du wildcampen, zumindest als Urlauber mit Zelt. Hier wird Zelten in der freien Natur sogar begrüßt. 2003 haben die Schotten ein Gesetz verabschiedet, das das Campen außerhalb von Campingplätzen in der Wildnis bis auf wenige Ausnahmen ausdrücklich erlaubt. In kleinen Gruppen und für einen kurzen Zeitraum von bis zu drei Tagen ist das Zelten problemlos möglich. Ebenso wie in Skandinavien sind landwirtschaftliche Flächen wie Farmen oder Grundstücke rund um Privathäuser tabu. Selbstverständlich wird vorausgesetzt, dass du deinen Müll wieder mitnimmst und den Platz so hinterlässt, wie du ihn vorgefunden hast. So einfach kannst du die grünen Wiesen der Highlands bestaunen, auf den Wanderwegen die Höhenluft atmen und abends den Blick in den sternklaren Himmel genießen.

 

Aber aufgepasst, wenn du mit Campervan, Auto oder Motorrad unterwegs bist: Prinzipiell dürfen Wohnwägen und Co mit angemessenem Abstand von mindestens 14 Meter von der Straße entfernt parken, ohne gegen ein Gesetz zu verstoßen. Jedoch gilt hier: Der Eigentümer kann das Parken verbieten. Es ist also besser, dir vorab das Einverständnis der Besitzer zu holen, um Ärger zu vermeiden.
An manchen Stellen weisen Schilder der lokalen Behörden ausdrücklich darauf hin, dass das Übernacht-Parken verboten ist. Glücklicherweise gibt es in Schottland aber auch eine ganze Reihe an idyllischen Campingplätzen, auf die du notfalls zurückgreifen kannst.

 

Wildcamping in Schottland Highlands

 

Wildcamping im Süden: Frankreich, Spanien, Italien

Du kannst aber nicht überall so problemlos wildcampen wie in Schweden oder Schottland. Die meisten europäischen Länder reglementieren das Camping in der freien Natur mittlerweile stark oder verbieten es ganz. Dahinter steckt keine reine Schikane, sondern rücksichtsloses Verhalten der Camper. Zu oft wurden illegale Lagerfeuer entfacht, Müll hinterlassen oder durch zu hohe Lautstärke Tiere gestört.

 

Frankreich, Italien, und Spanien haben das Wildcamping grundsätzlich verboten. Vor allem in Touristenregionen solltest du aufpassen. Hier wird dieses Verbot streng überwacht und gegebenenfalls mit einer empfindlichen Strafe durchgesetzt. Auch wenn es in ländlichen Gegenden nicht ganz so streng zugeht, raten wir dir, einen Einheimischen um Erlaubnis zu fragen. Das Campen auf Privatgrundstücken ist nämlich erlaubt, sofern der Besitzer zustimmt.

 

Campen an der Küste

Aber pass auf, die Zustimmung nicht zu weit zu fassen. Eine Ausnahme sind die Küstenregionen oder die Umgebung von Sehenswürdigkeiten. So schön die Vorstellung vom Zelten in den Dünen, mit dem Meeresrauschen in den Ohren auch ist, leider ist es verboten. Da die Küste laut Gesetz allen Bürgen gehört, kann keiner die Zustimmung zum Übernachten geben. Somit ist das Campen nicht gestattet und die Strafe fällt mit bis zu 1500 Euro in Frankreich recht hoch aus. In Spanien ist die Strafe sogar noch höher und kann auf bis zu 5000 Euro steigen. Bist du auf Pilgerreise nach Santiago de Compostela, dann kannst du deine sieben Sachen schon mal packen. Hier ist das Campieren auf den letzten hundert Kilometern am Weg nämlich erlaubt.

 

Wenn du mit dem Wohnwagen oder dem Van in Südeuropa unterwegs bist, dann frage lieber doppelt nach oder verbringe die Nacht in ausgewiesenen Übernachtungszonen. Hier gilt: Safety first, denn das Campieren mit fahrbarem Untersatz ist fast überall verboten. Wenn du zum Surfen nach Süd- oder Westeuropa fährst, haben wir die besten Campingplätze und Surfspots für dich in unserem Artikel „Surfurlaub mit dem Camper“ zusammengestellt. Schau doch mal rein!

 

Wildcamping Südeuropa Wald

 

Osteuropa: Wildcamping verboten

In den osteuropäischen Ländern ist das Wildcamping nicht erlaubt. In Polen wird aber gerne einmal ein Auge zugedrückt. Auch wenn es hier generell verboten ist, sich einfach für eine Nacht irgendwo niederzulassen, werden hier in der Regel keine Strafen ausgesprochen. Ganz nach dem Motto: Leben und leben lassen. Verlassen solltest du dich allerdings nicht darauf. Doch selbst auf den Campingplätzen ist die Idylle groß, denn vom Massentourismus sind die meisten Zeltplätze noch weit entfernt und so kann man auch hier die Natur und Ruhe auf sich wirken lassen.

 

Strenger als in Polen sind die Vorgaben in den meisten anderen osteuropäischen Ländern: In Rumänien, Russland, Bulgarien, Slowakei, Slowenien, Ungarn und Tschechien sind die Regeln noch strikter, denn hier darfst du mit dem Wohnwagen oder Camper auch auf Raststätten nicht über Nacht bleiben. Möchtest du auf Nummer sicher gehen?

Dann übernachte auf Campingplätzen oder frage bei den Einheimischen um Erlaubnis.

 

Schon gewusst? Ähnlich streng geht es auch im beliebten Campingland Niederlande zu: Auch hier ist das Übernachten sowohl auf Parkplätzen als auch auf Privatgrundstücken grundsätzlich verboten. In den Niederlanden ist auch die Hollandöse Pflicht. Da gilt es einiges zu beachten.

 

Wildcamping Hängematten Freiheit in Europa

 

Wildcamping in Deutschland: Wie sieht die Rechtslage vor der Haustüre aus?

Doch wie sieht es jetzt eigentlich mit dem Wildcamping in Deutschland aus? Das Besondere ist: Mit dem Camper ist das Übernachten einfacher als mit dem Zelt. Für eine Nacht kannst du in Deutschland mit dem Wohnwagen auf den Raststätten der Bundesstraßen maximal eine Nacht bleiben. Ansonsten ist das Übernachten in Campingmobilen, wenn nicht anders gekennzeichnet, auf staatlichen Parkplätzen ebenfalls für eine Nacht erlaubt. Weder mit dem gemieteten Camper noch mit deinem eigenen, solltest du dich allerdings häuslich einrichten für diese eine Nacht. Hier ist Rücksicht und dezentes Campen auf der Tagesordnung, denn die Übernachtung soll lediglich als Erholung dienen.

 

Bist du in Deutschland mit dem Zelt unterwegs und willst außerhalb der zahlreichen Zeltplätze schlafen, dann hast du es schwer. Das Zelten in der freien Natur ist generell nicht erlaubt. Eine Nacht pur zu erleben, ist aber möglich. Du darfst außerhalb von Privatgrundstücken fast überall für eine Nacht unter dem freien Sternenhimmel schlafen, allerdings ohne Zelt.

Auch hier gilt für dich die Regel: Es ist erlaubt, wenn es nicht explizit verboten ist – wie zum Beispiel in Naturschutzgebieten. Was jedoch genau ein Zelt ist, liegt im Ermessen des Beamten. Gilt eine Plane schon als Zelt oder ist das noch biwaken? Grundsätzlich gilt, dass das „Biwakieren“, also schlafen unter freiem Himmel in einem Schlafsack, nicht gleich campieren ist. Ja, es ist kompliziert!

 

Wenn du auf das Zeltdach über dem Kopf nicht verzichten willst, frage also am besten den Grundstückbesitzer. In Deutschland hat das Campen Tradition und die Wahrscheinlichkeit auf einen netten Anwohner zu treffen ist groß. Für alle anderen heißt es: Laue Sommernächte abwarten, Schlafsack einpacken und raus in die Natur.

 

Wenn du vom Campingabenteuer in freier Wildbahn träumst, aber noch kein passendes Fahrzeug hast, kannst du dir ein Wohnmobil mieten. Viel Spaß bei deiner Reiseplanung!

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