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Surfurlaub mit dem Camper: Die schönsten Ziele in Europa

Hallo, wir sind Heidi und Christian von meerdavon! Als digitale Nomaden nehmen wir unser Online-Business mit in den Surfurlaub, um an verschiedenen Orten zu leben und arbeiten. Dort muss es nur stabiles Wifi und Wellen geben. Nachdem wir uns ein Jahr in der Welt herumgetrieben haben und gar nicht in Europa blicken ließen, war es an Zeit, unseren Heimatkontinent endlich noch besser kennenzulernen. Dafür setzen wir immer wieder auf das gute alte Wohnmobil, denn es bietet sich gerade für Surfer als rollendes Zuhause auf Zeit an: Du kannst dem Swell flexibel hinterherjagen und am Strand einschlafen.

 

Noch leihen wir uns immer wieder einen Camper z.B. von unseren Eltern oder Freunden. Oder wir müssen uns ein Wohnmobil mieten von Portalen wie PaulCamper. Aber wir sind schon auf der Suche nach unserem eigenen Surf Van! Damit wollen wir weiterhin die schönsten Ecken entlang der Atlantikküste entdecken. Ein paar Perlen haben wir bereits gefunden und wollen euch hier unsere fünf Highlights vorstellen – sortiert von Nord nach Süd. Die folgenden Länder sind die perfekten Destinationen für alle, die einen Surfurlaub mit Camper oder Wohnmobil kombinieren wollen!

Inhaltsverzeichnis

1. Surfurlaub in Irland

2. Surfurlaub in England

3. Surfurlaub in Frankreich

4. Surfurlaub in Nordspanien

5. Surfurlaub in Portugal

Surfurlaub in Irland: Wild, grün und wunderschön

Surfen in Irland

 

Irland bzw. Nordirland war unsere bisher nördlichste Destination. Was sich bald ändern wird, denn unser nächster Surfurlaub ist fest für diesen Sommer eingeplant – diesmal nach Schottland! Seit wir das erste Mal auf vier Rädern in Europas hohem Norden unterwegs waren, zieht es uns immer wieder hin. Und Irland hat maßgeblich zu dieser Faszination beigetragen! Es ist ein zauberhaftes Land, das uns landschaftlich mit seinen grünen Wiesen, Schafen und endlosen Weiten sehr an Neuseeland erinnert hat. Die Orte bestehen häufig nur aus ein paar Häusern und jeder vorbeifahrende Wagen wird begrüßt.

Irland: Wellen Check

Surfende Campingfreunde überzeugt Irland mit vielen Kaltwasser-Hotspots wie Bundoran, Strandhill und Lahinch, die alle am Wild Atlantic Way liegen. So heißt die Route, die an der zerklüfteten Westküste entlangführt, und mit dem welligen Straßenschild ausgewiesen ist. Irland hat noch keine so stark ausgeprägte Surfszene, wie man sie z.B. aus Frankreich oder Portugal kennt. Daher ist es an den abgelegen Surfspots angenehm leer – und Surfer mögen nichts mehr, als viel Platz im Wasser 😉 Nur gelegentlich trifft man ein paar andere einsame Camper, die ebenfalls Surfbretter im Gepäck haben. Mehr als 10 Leute saßen nie mit uns im Meer.

 

Wer im Sommer auf Camping Reise nach Irland geht, sollte ein Surfboard mit etwas mehr Volumen dabei haben, denn die Wellen sind häufig klein und schwach. Aber: Ausnahmen bestätigen die Regel. So sind wir im August einem angekündigten, größeren Swell hinterher gefahren – der für 24 Stunden an einem Riff tatsächlich Wellen wie in Indonesien zauberte. Die Handvoll Anwesender rieb sich ungläubig die Augen und genoss das Spektakel, so lange es ging. Ab  Herbst kann man in Irland öfters mit großen Brechern rechnen.

Irland: Camping Check

Die Strassen sind in Irland super! Manchmal vielleicht etwas schmal, aber meistens so einsam, dass es keinen Gegenverkehr gibt. In manchen Gegenden (z.B. auf der Dingle Peninsula) verengt sich der Wild Atlantic Way aber derart, dass man ihn wie eine Einbahnstraße nur in eine Richtung befahren kann. Doch selbst mit unserem dicken Frankia sind wir überall gut durchgekommen. Generell sind die Iren sehr gut auf Camper vorbereitet. Es gibt jede Menge Campingplätze von einheimischen Bauern, die du z.B. in der App Motorhome Parking Ireland findest. Sie bieten ihre Wiesen zum Stehen an und haben natürlich alle Annehmlichkeiten in petto – vom Badehäuschen über Abwasseranlagen bis hin zum Strom. Es ist schon besonders, morgens auf einer Farm aufzuwachen und von einer Herde Alpakas begrüßt zu werden. Freistehen geht in Irland aber auch vielerorts sehr gut, wenn man die absolute Einsamkeit aushält 😉

Surfurlaub in England: Kühle Surffreuden in Cornwall

Surfen in England

 

Wenn ich an England zurück denke, dann erinnere ich mich an enge Straßen, Pub-Parking und Parkplätze mit einem Ausblick, der jeden Surfer vor Neid erblassen lässt! Du fährst durch Orte, die aus einem Robin Hood oder Rosamunde Pilcher Film sein könnten: Alle haben mindestens eine altertümliche Kirche, wild bewachsene Pubs und strahlen romantische Heimeligkeit aus. So war es zumindest bei unserer Camping Reise durch Cornwall. Die Gegend ist bei Surfern besonders beliebt, denn hier laufen die besten Wellen!

England: Wellen Check

Cornwall ist nicht umsonst ein Surfer-Mekka! Fast jeder größere Ort wie z.B. Newquay, Bude und Porthtowan hat einen Surfclub, in dem die lokalen Wellenreiter trainieren, und natürlich Infrastruktur wie den ein oder anderen Surfshop. Das ist immer ganz schön, um z.B. neues Wachs für das Surfbrett zu kaufen. Fakt ist, dass es in England schon mehr los ist als in Irland, und wie immer gilt: Je größer der Ort und je einfacher die Wellen zu erreichen sind, desto voller wird es im Wasser. Immerhin sind viele Surfspots aber breite Beachbreaks, an denen sich die Menschen gut verteilen. Doch es gibt durchaus noch kleinere Dörfchen, wo die Wellen ebenfalls gut und recht einsam sind. Du findest sie, indem du im Surfurlaub geduldig die Küste abfährst und dich vor Ort bei den Locals umhörst.

England: Camping Check

In England waren die Straßen vielerorts deutlich enger als in Irland, von beiden Seiten mit Steinmauern gesäumt und natürlich stärker befahren. Als “Road Captain” ist hier schon etwas mehr Navigationsgeschick gefragt. Trotzdem ist Cornwall sehr camperfreundlich: Es gibt sehr gute Pub Stays – also Pubs, die gegen eine kleine Übernachtungsgebühr ihren Parkplatz zum Stehen anbieten. Und die sind manchmal sogar genau am Beach! Es gibt außerdem überwachte Strandparkplätze und Campingplätze. Eine super Übersicht findet sich bei Searchforsites oder in der App Wikicamps.

Surfurlaub in Frankreich: Der Klassiker für Sommercamper

Surfen in Frankreich

 

Oh mon dieu! Frankreich ist unter Surfern in etwa so beliebt wie frisches Baguette bei den Franzosen zum Frühstück. Kein Wunder, schließlich bietet Frankreich eine endlose Fülle an feinsandigen Surfspots von Nord nach Süd! Aber auch sonst hat die französische Atlantikküste viel zu bieten. Das fiel mir schon beim ersten Schüleraustausch in Pornic (bei Nantes) auf und zuletzt wieder, als wir auf einem alten Weingut bei Bordeaux parkten. Von dort war es nicht weit zum Meer! Wer auf Camping Reise in Frankreich ist, bringt am besten viel Zeit mit. Und schaut sich gerade die weniger befahrenen Wege genauer an!

Frankreich: Wellen Check

Irgendwie gehören wir fast zu den Exoten, weil wir unseren ersten Surfurlaub inklusive Surfstunden nicht in einer Schule in Frankreich verbrachten. Denn Frankreich ist mit seiner langen sandigen Küsten vor allem im Süden, zwischen Mimizan und Biarritz, perfekt zum Surfen lernen: Es gibt keine Steine im Wasser, unendlich viele Wellen und eine Armada an Surfschulen. Das Land profitiert außerdem vom Golfstrom und hat im Sommer in Europa das wärmste Wasser. Dort kann man auch mal ohne Neopren surfen! Damit ist Südfrankreich perfekt für alle, die gerne in Gesellschaft anderer Surfer sind, und eine Strandkultur mit Beach Parties wollen. Wer es hingegen ruhiger und selbstbestimmter mag, kann sich mal die Bretagne ansehen.

Frankreich: Camping Check

Südfrankreich ist unter Campingfreunden längst kein Geheimtipp mehr und jeder weiß, dass man dort super parken kann! Aber nachdem viele Urlauber ihren Müll liegen ließen und sich zu sehr mit Gartengarnitur, Grill & Co. in der Natur ausbreiteten, wird Free Parking nicht immer gern gesehen. Außerdem gibt es sehr viele schöne Campingplätze, die attraktiver sind als die Strandparkplätze voller Autos. Oft liegen sie malerisch zwischen Pinienwäldern und hinter den Dünen, so dass man direkt vom Van ins Wasser gehen kann. So zum Beispiel der bei Surfern beliebte Campingplatz Les Tourterelles in Saint Girons in der Nähe von Hossegor. Hier haben Surfmarken wie Billabong und Rip Curl ihre Europa-Headquarters aufgeschlagen und locken Shopping-Wütige ins lokale Outlet Center.

Surfurlaub in Nordspanien: Die Küste voller Möglichkeiten

Surfen in Spanien

 

Auf einer Tour am Atlantik wird es in Nordspanien deutlich ruhiger. Von Frankreich kommend ist die erste Station San Sebastian im Baskenland, die Surfer unbedingt ansteuern sollten. Die Stadt ist wunderschön und hat die besten Pintxos der Welt – so heißen die baskischen Tapas. Der Roadtrip führt weiter über Santander in Kantabrien bis nach Galizien, die nordwestlichste Ecke Spaniens. Je weiter man vom Baskenland nach Westen fährt, desto günstiger und ursprünglicher wird das Land. Hier wartet ein weniger touristisches Spanien als im Süden, mit vielen Stellplätzen, unberührter Natur und natürlich guten Wellen. In Kantabrien und Galizien sind wir sogar je einen ganzen Monat hängen geblieben.

Nordspanien: Wellen Check

Für pauschalreisende Surfer ist Nordspanien unpraktisch: Wer fest an einem Ort wohnt, der muss täglich viele Kilometer für den Spotcheck einplanen, denn die Strecken zwischen den einzelnen Surfspots sind weit. Das spricht für einen Surfurlaub auf vier Rädern, denn mit deinem Van  bleibst dort einfach dort stehen, wo gerade gute Wellen laufen. Den perfekten Meerblick gibt’s bei einem Roadtrip die Küste entlang gratis dazu!

Schon das Baskenland hat Surfern einiges zu bieten. Vom Stadtstrand Zurriola in San Sebastian bis hin zu berüchtigten Wellen wie Mundaka, die allerdings heftig und nur sehr erfahrenen Surfern zu empfehlen sind. Außerdem gilt die baskische Surfszene als besonders wettbewerbsorientiert, so dass man an den Weltklasse-Spots manchmal lieber nur zusieht. Für Freizeitsurfer ist Zarautz aber ein guter Ort, wo es entspannt zugeht. Uns hat besonders die Gegend um Somo in Kantabrien gefallen, nicht weit von Santander entfernt. Hier haben wir beim abendlichen Surf Sonnenuntergänge erlebt, die das Meer und den Himmel zum Glühen brachten! Das kannten wir sonst nur aus Indonesien.

Auch Galizien ist eine Reise wert, doch hierzu wollen wir lieber keine Ortsnamen nennen. Denn es ist eines von Südeuropas letzten Surfarealen, für das noch nicht alle Spots online genau kartografiert und beschrieben sind. Sie wollen entdeckt werden und gern noch bisschen länger geheim bleiben 😉

Nordspanien: Camping Check

Wildcampen wird in Nordspanien vielerorts noch geduldet, vor allem je weiter du dich vom Baskenland weg bewegst. Dort können wir Gran Camping Zarautz empfehlen, einen sehr schönen Wiesen-Campingplatz mit Wahnsinnspanorama. In Kantabrien bieten einige Bauern ihr Feld zum Parken an. Das kann unter Umständen die ruhigere Alternative sein, denn die Parkplätze an der Küste sind sehr beliebt und hoch frequentiert. Teilweise werden dort in der Sommersaison sogar Dixi-Klos aufgebaut! Doch nicht alle Parkplätze sind für alle Camping-Busse geeignet. Es empfiehlt sich eine App wie Park4Night, um sich über Dinge wie Gefälle, Parkplatzgröße und Entsorgungsstationen zu informieren.

Surfurlaub in Portugal: Eine Vielfalt an Surf Towns

Surfen in Protugal

 

Du hast viel Zeit für deinen Surfurlaub? Dann kannst du von Nordspanien aus direkt nach Portugal weiterfahren. Gleich der erste Ort nach der Grenze, Viana do Castelo, ist ein perfekter Start. Hier sind wir ungewollt liegen geblieben, nachdem unser Wagen eine Panne hatte. Letztlich erwies sich das als echter Glücksfall, um das charmante Städtchen und die Wellen in der Umgebung kennenzulernen. In Richtung Süden fährst du an Porto vorbei und in Richtung Lissabon kommst du dem Zentrum der Surfkultur immer näher. Von unserem letzten Camper Trip haben wir ein paar Impressionen per Drohne eingefangen.

Portugal: Wellen Check

Portugal hat eine endlos lange Küste und kann man eigentlich immer irgendwo surfen, obwohl das Land recht viel Wind abbekommt. Besonders beliebt ist die Algarve (zwischen Lagos und Aljezur), die Costa da Caparica im Süden von Lissabon oder der Fischerort Ericeira, der sogar den Titel “World Surfing Reservate” tragen darf. Von Beachbreaks über Riffe, von langsamen bis schnellen und Tubes schlagenden Wellen ist hier alles dabei.

Speziell ist das nördlich von Lissabon gelegene Peniche, das aufgrund seiner geografischen Ausrichtung Wind aus mehreren Richtungen abfängt und bei verschiedensten Bedingungen surfbar bleibt. Hier haben wir uns eine Homebase zugelegt, wo wir zwischen unseren Reisephasen bleiben. Besonders spektakulär ist es im kalten Winter: Dann nämlich gibt es in Nazaré – dem weltbekannten Big Wave Surfspot – bis zu 30 Meter hohe Wellen zu sehen… und tollkühne Surfer, die sie reiten. Nichts zum nachmachen, aber ein einmaliges Erlebnis!

Camping Check: Portugal

Portugal ist sehr, sehr beliebt für einen mobilen Surfurlaub und die wild parkenden Busse machen den Tourismusverbänden zu schaffen: Sie blockieren Parkplätze, zahlen dafür kein Geld und hinterlassen auch noch ihren Müll. Das ist natürlich ein globales Problem und es agieren nicht alle Menschen so, aber gerade an der Algarve kann man die Augen vor der “Camper Armada” nicht verschließen. Vielerorts werden Bulli & Co. daher auch von den Behörden vertrieben und bei uns in Peniche gibt nun sogar Strafzettel.

Damit Campen langfristig in Portugal funktioniert, ist Verantwortungsbewusstsein gefragt. Eigentlich ganz einfach: Müll wegräumen, sowohl den eigenen auch als fremden. Wir bauen beispielsweise regelmäßig Beach Clean Ups in den Alltag ein, gerade wenn es keine Wellen zum Surfen gibt. Ansonsten ist es schlau, sich nicht auf dem Parkplatz auszubreiten und nicht nur den Campingkocher zu starten, sondern gelegentlich in lokalen Restaurants essen zu gehen. Neben den Wellen ist Portugal nämlich bekannt für leckere Weine und Speisen!