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Apropos Brexit: Das solltest du bei der Reise nach Großbritannien 2019 beachten

Der Brexit kommt. Großbritannien hat den Austritt zwar noch einmal auf den 12. April verschoben, aber der Brexit kommt mit großer Wahrscheinlichkeit. Wenn du 2019 eine Reise nach Großbritannien planst, findest du hier alles Wichtige für deinen Hinterkopf.

Drei Jahre ist das Brexit-Referendum nun schon her und am 29.03.2019 sollte der Austritt Großbritanniens aus der EU endgültig über den Tisch gehen. Die letzten drei Jahre waren geprägt von zähen Verhandlungen, zahlreichen Abstimmungen und Rücktritten, und immer wieder neuen Verhandlungen.

Ob Surf-Urlaub in England, City-Trip nach London oder Roadtrip über die ganze Insel – die Unstimmigkeiten während der Verhandlungen sorgen bei vielen Reisenden für Verwirrung. Wir bringen Licht in das Brexit-Dickicht und erklären dir, wie sich der EU-Austritt auf deine Reise nach Großbritannien auswirkt.

Die wichtigsten Fragen, die wir uns gestellt haben, sind folgende:

  • Wie funktioniert die Einreise nach England, Schottland, Wales und Nordirland nach dem Brexit 2019?
  • Brauche ich einen Reisepass für Großbritannien nach dem EU-Austritt?
  • Brauche ich ein Visum für England und Co.?
  • Gilt mein Führerschein weiterhin in Großbritannien?
  • Wie bin ich abgesichert, wenn ich krank werde oder einen Unfall habe?
  • Wird die Nutzung meines Smartphones teurer nach dem EU-Austritt?

Alles was man rund um den Brexit wissen muss, erfährst du in unserem Artikel.

Einreise nach Großbritannien nach Brexit
Wird die Einreise nach Großbritannien für EU-Bürger nach dem Brexit schwieriger?
  1. Was ändert sich nach dem Brexit für meine Reise nach Großbritannien
  2. Welche Papiere brauche ich zur Einreise nach Großbritannien in 2019?
  3. Großbritannienurlaub mit Hund – Geht das noch?
  4. Wie kann ich 2019 in Großbritannien Auto fahren und ein Auto mieten?
  5. Kostet mich das Essen und Reisen in Großbritannien nach dem Brexit mehr?
  6. Was ändert sich in den Zollbestimmungen nach dem Brexit?
  7. Welche Änderungen muss ich in der Krankenversicherung und Fluggastrechten beachten?

Was ändert sich nach dem Brexit für meine Reise nach Großbritannien?

Grundlegend gibt es zwei Brexit-Szenarien: Den Deal (Soft-Brexit) und den No-Deal (harter Brexit). Hinter diesen Optionen steht die Frage, ob sich Großbritannien und die EU auf ein Abkommen einigen können, in dem die Details der internationalen Zusammenarbeit geregelt sind. Darunter fallen auch Einreisebestimmungen, Reiseverkehr und kleinere Punkte wie das EU-Roaming für dein Handy.

Einigen sich die Parlamente beider Seiten auf ein Abkommen, greift bis zum 31. Dezember 2020 das Brexit-Übergangsgesetz, die sogenannte „Transition Phase“. Darauf haben sich die EU und Großbritannien am 5. September 2018 geeinigt. Das Übergangsgesetz tritt bei einer Austrittseinigung in jedem Fall ein, unabhängig davon, was genau in dem Abkommen festgelegt wurde. Planst du bis Ende 2020 nach England und Co. zu reisen, ändert sich also nichts weiter und du kannst genauso wie in der Vergangenheit in die dazugehörigen Länder einreisen.


Die britische Regierung hat außerdem angekündigt, dass der Verkehr in und aus dem Ausland weiterhin bestehen bleibt. Es werden in der Übergangsphase also voraussichtlich keine Flüge, Fähren, Busse und Züge ausfallen.

Isle of Sky Reise nach Großbritannien brexit
Auch nach dem Breit solltest du dir eine Reise nach Großbritannien nicht vermiesen lassen. Hier sieht man die Isle of Sky in Schottland.

Einreise nach England und Co. nach dem Brexit

Allerdings sind dies nur Berechnungen, denn bei einem ungeordneten EU-Austritt müssen sämtliche Flugrechte britischer Airlines im internationalen Flugverkehr neu geregelt werden. Weiterhin kann es passieren, dass länger in der Kontrolle bei der Ein- und Ausreise warten musst.

Welche Papiere brauche ich nach dem Brexit zur Einreise nach Großbritannien in 2019?

Am wichtigsten ist die mögliche Änderung in deinen Ausweispapieren. Ohne die richtigen Papiere kannst du nämlich gar nicht erst nach Großbritannien einreisen. Bisher bist du stressfrei mit dem Personalausweis ein- und ausgetreten.

Einigen sich die EU und das britische Parlament auf ein Brexit-Abkommen, kannst du bis Ende 2020 auch weiterhin wie gehabt nach England, Schottland, Wales und Nordirland reisen.

(Kleine Erinnerung: Irland gehört nicht zu Großbritannien, sondern ist ein eigenständiges EU-Land.)

Irland bleibt nach Brexit 2019 in der EU
Toll für Europa-Reisende: Irland bleibt in der EU. Hier bleiben die EU-Regelungen erhalten.

Einreise nach Großbritannien EU-, EW- oder Schweizer Staatsbürger

Während der Übergangsphase reist du ganz normal mit deinem Personalausweis in England, Schottland, Wales und Nordirland ein. Du brauchst also nicht zwangsweise einen Reisepass und kannst bis zu 3 Monate im Land bleiben.

Einreise nach Großbritannien für nicht-EU-Bürger

Abhängig von deiner Staatsangehörigkeit brauchst du zusätzlich zu deinem gültigen Reisepass möglicherweise ein Visum für deine Reise nach Großbritannien. Dein Personalausweis reicht nicht aus. Informationen dazu findest du auf der offiziellen Webseite der britischen Regierung.

Ausweispapiere: Änderungen nach dem Brexit bei der Einreise nach England und Co.

Nach dem Brexit und allerspätestens 2021 wirst du voraussichtlich nicht mehr mit deinem Personalausweis nach Großbritannien einreisen können. Bei einem harten Brexit ohne Abkommen kann es passieren, dass diese Änderung schon früher kommt.

Unsere Empfehlung: Packe für deinen Großbritannien-Urlaub 2019 unbedingt einen Reisepass ein,der noch mindestens sechs Monate gültig ist. Man weiß ja nie.

Urlaub in Großbritannien mit Hund – Geht das noch?

Wenn dein Hund gechippt ist und du einen EU-Heimtierausweis besitzt, kannst du auch nach dem Brexit nach Großbritannien reisen.

Möchtest du mit deinem Hund in England oder einem anderen britischen Land einreisen, musst du dich auch hier auf zwei Szenarien vorbereiten. Gibt es eine Einigung beider Seiten, kannst du bis Ende 2020 mit deinem gechippten Hund und dem EU-Heimtierausweis nach Großbritannien reisen. Wie es danach weiter geht, hängt von den Details des Abkommens ab.

Kommt es zu einem ungeregelten Brexit, ist auch der Reisepass für Tiere nicht mehr gültig beziehungsweise muss die Einfuhr von Hunden und anderen Haustieren neu vereinbart werden.

In beiden Fällen empfiehlt die britische Regierung, mindestens vier Monate Vorlaufzeit für deine Reise nach England, Schottland und Co einzuplanen. Am besten ziehst du dafür deinen Tierarzt zu Rate.

Wie kann ich 2019 in Großbritannien Auto fahren und ein Auto mieten?

Der Brexit und damit der Austritt Großbritanniens aus der EU hat weiterhin Auswirkungen auf die Gültigkeit deiner Fahrerlaubnis: Die britische Regierung sichert europäischen Besuchern zu, mit einer gültigen EU-Fahrerlaubnis (alle Führerscheine, die innerhalb eines EU-Landes gemacht worden sind) weiterhin fahren zu dürfen.

Du musst aber zwingend die internationale Versicherungskarte (grüne Versicherungskarte), auf Englisch „Insurance Green Card“ genannt, mitbringen. Alternativ kannst du auch eine offizielle Versicherungsbestätigung auf Englisch mit dir führen.

Ich habe bereits einen Mietwagen gebucht, ändert sich etwas?

Wie bisher auch, kann es dir passieren, dass du einen internationalen Führerschein benötigt, wenn du dir ein Auto mieten möchtest. Die grüne Fahrerlaubnis aus Papier bekommst du bei deinem Bürgeramt für 15,00 Euro. Die Bearbeitungsdauer ist je nach Bundesland und Ort unterschiedlich. Du solltest ihn also rechtzeitig beantragen.

Auf deine Buchung dürfte sich der Brexit nicht auswirken, da du dich innerhalb des Landes und nicht in ungeklärten „internationalen Gewässern“ bewegst. Zudem liegt den Vermietern finanziell selbst auch etwas daran, ihre bereits gebuchten Mietzeiträume beizubehalten.

Einzig wenn es zu rechtlichen Streitigkeiten mit dem Mitwagenverleih kommt, kann es nach erfolgtem Brexit chaotisch werden. Derzeit schlichtet die ECRCS noch sämtliche Streitfälle. Nach dem EU-Austritt ist die Schlichtungsstelle wahrscheinlich nicht mehr für Großbritannien zuständig.

Kostet mich das Essen und Reisen in Großbritannien nach dem Brexit mehr?

Das Britische Pfund ist gleich am Tag der Referendums-Entscheidung entscheidend eingebrochen. Seitdem hat es sich nicht mehr richtig erholt. Was für die Briten tatsächlich negative wirtschaftliche Folgen haben kann, bedeutet für dich einen günstigeren Urlaub auf der Insel. Denn der Wechselkurs steht schlecht für die Briten, gut für die EU-Bewohner.

Je nachdem, ob der Brexit geregelt oder ungeregelt erfolgen wird, werden sich die Preise und Verfügbarkeit der Waren und Lebensmittel in Großbritannien verändern. Bauern und verarbeitendes Gewerbe befürchten Preisanstiege, denn Lieferketten könnten aufgrund von ungeklärten Regelungen und veränderten Zollbestimmungen unterbrochen werden. Importierte Waren können teurer werden.

Auf den Export britischer Waren ins Ausland werden höhere Zölle fällig. Wenn zum Beispiel ein englischer Supermarkt Rindfleisch aus Irland importieren möchte, so konnte er das bisher ohne Steuern tun. Wenn Großbritannien aber aus der EU ausgetreten ist, werden 40% Zölle fällig – das sind 40% mehr Kosten für den Supermarkt. Das UK Trade Policy Observatory rechnete aus, dass das Mehr an Zöllen  zu einer Preiserhöhung von 8,2 % für Milchprodukte, 5,8% für Fleisch, 7,8% für Öle und Fette und 4% für Gemüse bedeuten könnte.

Je nach Steuerpolitik der Regierung können sich diese Dinge dann auf die Verbraucher auswirken. Mit dem gefallenen Wert des Pfunds könntest du als Urlauber dennoch günstiger wegkommen.

Rund 30 % der Lebensmittel importiert UK aus der EU. Wenn du also Tomaten, Salat und weiche Früchte essen möchtest, könntest du Pech haben. Außerhalb der Saison importiert Großbritannien den absoluten Großteil der Produkte (90% des Salates, 80% der Tomaten und 70% der Früchte) aus der Europäischen Union, so das British Retail Consortium.

Flüge nach Großbritannien nach dem Brexit bleiben weiter günstig

Auch auf den Flugverkehr wirkt sich der sinkende Währungskurs aus: Discount-Flüge nach London, Edinburgh, Belfast und andere britische Städte bekommst du schon seit einiger Zeit für Billigpreise zwischen 10,00 und 40,00 Euro pro Richtung. Das wird sich voraussichtlich so schnell nicht ändern.

Bei einem harten Brexit kann es sogar sein, dass sich der Kurs weiter zu deinen Gunsten bewegt. 2019 ist in dieser Hinsicht also ein gutes Jahr für eine Reise nach England und Co.

Gebühren für Zahlungsverkehr und Roaming Brexit

Raoming reise nach Großbritannien
Mehr Roaming-Gebühren beim Reisen nach Großbritannien nach dem Brexit sind möglich.

Einigen sich Großbritannien und die EU nicht, könnte das Bezahlen mit deiner EC- oder Visa-Karte für dich teurer werden. Die Gebühren für den Zahlungsverkehr per Karte ist zwar innerhalb der EU und des EW seit 13. Januar 2018 kostenlos, sie werden in Großbritannien nach einem harten Brexit mit großer Wahrscheinlichkeit jedoch wieder anfallen.

Gleiches gilt für die Handynutzung. Ohne Brexit-Einigung können die einzelnen Mobilfunkanbieter selbst bestimmen, ob sie Roaming-Gebühren berechnen, wenn du surfst oder telefonierst. Einige Unternehmen, darunter auch die Telekom, haben jedoch bereits angekündigt, dass sie die Handynutzung in Großbritannien weiterhin zu den gleichen Preisen wie in Deutschland zur Verfügung zu stellen.

Was ändert sich in den Zollbestimmungen nach dem Brexit?

Wahrscheinlich ist, dass sich die Menge an unverzollten Waren ändert. Kaufst du nach dem EU-Austritt Großbritanniens in England, Schottland, Wales oder Nordirland ein, gelten voraussichtlich die gleichen Zollfreimengen wie für Nicht-EU-Bürger. Das bedeutet zum Beispiel:

  • 200 Zigaretten
  • 1 Liter hochprozentigen Alkohol (z.B. Gin, Whiskey)
  • 4 Liter Wein
  • Waren im Wert von bis zu £ 390 oder 430 €

Bringst du mehr aus deinen Großbritannien-Urlaub mit, fallen Zollgebühren darauf an. Bei einem Soft-Brexit mit einem Abkommen herrscht, wie bereits erwähnt, vorerst das Übergangsgesetz bis Ende 2020. Diese gilt auch für die Zölle und Einfuhrbestimmungen.

Welche Änderungen muss ich in der Krankenversicherung und Fluggastrechten beachten?

Bist du Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung gilt derzeit deine europäische Versicherungskarte (European Health Insurance Card – EHIC) auch während deiner Reise in Großbritannien. Wirst du auf deiner Reise krank oder hast einen Unfall, gehst du momentan direkt in eine der Praxen und Gesundheitszentren des National Health Service (NHS, die von dem berühmten roten Bus).

Nachdem die Briten aus der EU ausgetreten sind, könnte dieser Versicherungsschutz ebenfalls wegfallen. Möchtest du also auf der sicheren Seite sein, solltest du zusätzliche eine private Reiseversicherung abschließen oder zumindest direkt mit deiner Krankenkasse sprechen.

Rechte und Entschädigungen beim Fliegen ins Vereinigte Königreich nach dem Brexit

Einige deiner Fluggastrechte ändern sich nach dem Brexit. Bisher stehen dir für deine Reise nach England und Co. finanzielle Entschädigungen, Unterkunft und Verpflegung zu, wenn sich dein Flieger aus der EU oder dem EW nach Großbritannien verspätet, ausfällt oder er überbucht ist.

Nach dem Brexit wirst du nur noch bei Flügen von der EU nach Großbritannien mit Sicherheit entschädigt, aber nicht in die umgekehrte Richtung. Zwar sichert die britische Regierung allen Fluggästen weiterhin vollumfassende Fluggastrechte zu, ein genaues Abkommen gibt es dazu allerdings noch nicht. Das gleiche gilt übrigens auch für Bahn- und Busgastrechte sowie für die Rechte von Fähr- und Kreuzfahrtpassagieren.

Fazit: Die unmittelbaren Änderungen für deine Reise nach Großbritannien nach dem Brexit halten sich zunächst in Grenzen. Beachtest du all die Neuerungen für Reisende, kannst du trotzdem entspannt in einen tollen Urlaub fahren.


Falls du noch nicht genau weißt, wohin es gehen soll, empfehlen wir dir Cornwall in England, das walisische Snowdonia oder den West Highland Way in Schottland.